In meinem Thriller »Nordseeakte – Blackout« versinkt die ostfriesische Küste im Dunkeln. Für Kati Lindberg und ihr Team bedeutet das weit mehr als ausgefallene Lampen. Mobilfunk und Internet werden unzuverlässig, Kartenzahlungen funktionieren nicht mehr, Tankstellen, Wasserwerke, Apotheken und Krankenhäuser geraten unter Druck. Und plötzlich entscheidet nicht das große Spezialgerät, sondern eine unscheinbare Flasche Wasser, eine funktionierende Taschenlampe oder eine Abmachung mit dem Nachbarn darüber, wie gut man durch den nächsten Tag kommt.
Der Mordfall ist Fiktion. Unsere Abhängigkeit vom Strom ist es nicht.
Der amtliche Ratgeber zur Notfallvorsorge orientiert sich an einer möglichst zehntägigen Selbstversorgung. Das ist eine vernünftige Basis – aber kein Verfallsdatum für Krisen. Diese Seite geht deshalb bewusst einen Schritt weiter und stellt eine andere Frage: Was braucht ein normaler Haushalt, wenn aus Tagen Wochen werden?
Ein 30-Tage-Plan besteht nicht darin, die übliche Einkaufsliste einfach mit drei zu multiplizieren. Nach einem Monat werden Wassertransport, Brennstoff, Hygiene, Abfall, Medikamente, Wärme, Information und gegenseitige Hilfe mindestens so wichtig wie Konservendosen. Es geht auch nicht um eine Festung, Weltuntergangsfantasien oder die Garantie, unter allen Umständen vier Wochen zu Hause auszuharren. Es geht um Zeit, Handlungsspielraum und einen ehrlichen Plan B.
Niemand muss alles auf einmal kaufen. Der beste Vorrat wächst in Etappen, passt zum eigenen Haushalt und wird im Alltag verbraucht und erneuert.
Bevor Sie Wasserflaschen und Lebensmittel zählen, notieren Sie, wer tatsächlich versorgt werden muss:
☐ Anzahl der Erwachsenen
☐ Kinder und Säuglinge mit ihrem besonderen Bedarf
☐ Haustiere einschließlich Futter, Wasser und Medikamente
☐ Allergien, Unverträglichkeiten und besondere Ernährungsformen
☐ regelmäßig benötigte Medikamente
☐ gekühlte Medikamente oder elektrische medizinische Geräte
☐ Menschen mit Pflegebedarf, eingeschränkter Mobilität oder Orientierungsschwierigkeiten
Legen Sie einen festen Platz für die wichtigsten Blackout-Sachen fest. Alle im Haushalt sollten ihn auch im Dunkeln finden können. Schreiben Sie das Datum der nächsten Kontrolle gut sichtbar auf die Kiste oder den Schrank.
Für Trinken und die Zubereitung von Speisen kann mit zwei Litern pro Person und Tag geplant werden. Auf 30 Tage gerechnet ergibt das:
1
2
3
4
60 Liter
120 Liter
180 Liter
240 Liter
Wasser für Haustiere kommt hinzu. Ebenso zusätzlicher Bedarf für Körperpflege, Reinigung und Toilettennutzung. Bei Hitze, körperlicher Anstrengung oder Krankheit kann auch der Trinkbedarf steigen. Die Tabelle ist also kein Rundum-sorglos-Vorrat, sondern die rechnerische Unterkante für Trinken und Kochen.
☐ Trinkwasser in original verschlossenen Flaschen oder geeigneten lebensmittelechten Behältern lagern
☐ Gewicht verteilen: Ein Liter Wasser wiegt ungefähr ein Kilogramm
☐ kühl, dunkel sowie vor Frost und Verunreinigung geschützt lagern
☐ Vorrat regelmäßig verbrauchen und erneuern
☐ mehrere kleinere Behälter statt nur eines großen wählen
☐ lebensmittelechte Faltkanister für zusätzlich ausgegebenes Wasser bereithalten
☐ Sackkarre, Bollerwagen oder stabilen Einkaufswagen für den Transport einplanen
☐ saubere Gefäße für Brauchwasser getrennt vom Trinkwasser kennzeichnen
Wenn die Versorgung noch funktioniert und die Behörden keine Verunreinigung melden, können zusätzliche geeignete Behälter befüllt werden. Wasser in der Badewanne ist als Brauchwasser nützlich, aber nicht automatisch als Trinkwasser geeignet.
Regenwasser, Wasser aus Heizungsanlagen, offenen Gewässern oder unbekannten Quellen darf niemals ungeprüft als Trinkwasser betrachtet werden. Auch Abkochen oder ein Campingfilter entfernt nicht jede chemische Verunreinigung. Im Ernstfall gelten die Hinweise der Wasserversorger und Behörden.
Wer für einen Monat vorsorgt, muss nicht vier Wochen lang kalte Ravioli essen. Das Ziel ist eine kleine Vorratsküche, aus deren Zutaten sich unterschiedliche Mahlzeiten zusammenstellen lassen. Dazu gehören selbstverständlich auch Reis und Nudeln. Sie benötigen zwar Wasser und Brennstoff, sind aber lange haltbar, sättigend und vielseitig. Ihr Verbrauch muss lediglich in die Wasser- und Brennstoffplanung einbezogen werden.
Statt wahllos Konserven zu stapeln, hilft es, Mahlzeiten zu zählen. Pro Person sind bei drei täglichen Mahlzeiten beispielsweise 30 Frühstücke und 60 weitere Mahlzeiten ein brauchbares Planungsraster. Für zwei Erwachsene wären das 60 Frühstücke und 120 weitere Mahlzeiten. Wer anders isst, rechnet entsprechend um.
Schreiben Sie für jede Woche einige mögliche Mahlzeiten auf – und dazu, ob sie kalt gegessen werden können oder gekocht werden müssen. So erkennen Sie schnell, ob Ihre Vorräte tatsächlich für vier Wochen reichen und ob Sie genügend Wasser und Brennstoff eingeplant haben.
SÄTTIGENDE GRUNDLAGEN
☐ Reis
☐ Nudeln, gern auch Sorten mit kurzer Kochzeit
☐ Couscous oder Bulgur
☐ Haferflocken und Müsli
☐ Kartoffelpüreeflocken
☐ Knäckebrot, haltbares Brot, Cracker und Zwieback
TOMATEN, SOSSEN UND GESCHMACK
☐ gehackte Tomaten in Dosen
☐ passierte Tomaten, möglichst in passenden Packungsgrößen
☐ Tomatenmark
☐ Pesto in kleinen Gläsern oder Einzelportionen
☐ Curry-Paste
☐ Kokosmilch
☐ Brühe, Öl, Salz, Kräuter und Gewürze
☐ haltbare Aufstriche, Senf und andere vertraute Würzmittel
GEMÜSE UND HÜLSENFRÜCHTE
☐ Kidneybohnen, weiße Bohnen und andere Bohnen in Dosen oder Gläsern
☐ Kichererbsen und Linsen, bereits gegart
☐ Erbsen und Mais in Dosen
☐ Möhren, Pilze, Sauerkraut oder anderes haltbares Gemüse nach Geschmack
☐ Gemüse- und Bohneneintöpfe
Bereits gegarte Hülsenfrüchte in Dosen oder Gläsern sparen gegenüber trockenen Bohnen viel Wasser, Zeit und Brennstoff. Viele können notfalls auch kalt gegessen werden.
EIWEISS, FRÜHSTÜCK UND KLEINE EXTRAS
☐ Fischkonserven, Fleischkonserven oder vegetarische Alternativen nach Geschmack
☐ Nüsse, Nussmus und haltbare Brotaufstriche
☐ haltbare Milch oder Pflanzendrinks
☐ Trockenfrüchte und Obstkonserven
☐ Marmelade, Honig oder Sirup
☐ Kaffee, Tee und Kakao
☐ Schokolade, Kekse oder eine andere persönliche Nervennahrung
☐ Babynahrung, Spezialkost und Tierfutter, falls benötigt
AUS DEN VORRÄTEN KÖNNTEN ZUM BEISPIEL WERDEN:
☐ Nudeln mit passierten Tomaten, Pesto oder einer Gemüse-Bohnen-Soße
☐ Reis mit Kidneybohnen, Mais, Curry-Paste und Kokosmilch
☐ Couscous mit Kichererbsen und gehackten Tomaten
☐ Kartoffelpüree mit Erbsen und einer Fisch- oder Gemüsekonserve
☐ Haferflocken mit haltbarer Milch, Nüssen und Trockenfrüchten
☐ Knäckebrot mit Aufstrich als Mahlzeit ganz ohne Kochen
Kleine Gläser, Dosen und Packungen sind oft sinnvoller als Großgebinde. Ohne funktionierende Kühlung sollten geöffnete Lebensmittel und fertig gekochte Speisen möglichst sofort verbraucht und nicht für den nächsten Tag aufgehoben werden.
Und nein: Es muss nicht unbedingt Ginas Dosenbrot aus dem Roman sein.
☐ Speiseplan für vier Wochen aufstellen
☐ gekochte und kalte Mahlzeiten bewusst abwechseln
☐ manuellen Dosen- und Flaschenöffner bereitlegen
☐ Wasser- und Brennstoffbedarf der Gerichte mitrechnen
☐ geöffnete Packungen gegen Feuchtigkeit und Schädlinge schützen
☐ Lebensmittel nach dem Prinzip »Das Älteste zuerst« verbrauchen und ersetzen
Eine kluge Vorratskammer ist kein Museum. Was regelmäßig gegessen und nachgekauft wird, verdirbt seltener unbemerkt.
Ein Campingkocher hilft nur, solange passender Brennstoff vorhanden ist. Statt eine pauschale Zahl zu nennen, ist ein eigener Test sinnvoller: Kochen Sie eine Woche lang die geplanten Notmahlzeiten mit dem vorgesehenen Gerät, messen Sie den tatsächlichen Verbrauch und rechnen Sie ihn auf vier Wochen hoch. Berücksichtigen Sie eine vernünftige Reserve und halten Sie sich bei Lagerung und Betrieb an Herstellerangaben und geltende Vorschriften.
☐ sichere, für den vorgesehenen Ort zugelassene Kochmöglichkeit
☐ passender Brennstoff in zulässiger Menge und Lagerung
☐ kalte Ersatzmahlzeiten, falls Kochen zeitweise nicht möglich ist
☐ kleiner Topf mit Deckel, der Brennstoff spart
☐ Feuerlöschdecke oder geeigneter Feuerlöscher griffbereit
☐ Kohlenmonoxid-Warnmelder, wenn Verbrennungsgeräte eine Rolle spielen
Holzkohle- und Gasgrills, Stromgeneratoren sowie andere Geräte mit Verbrennungsmotor gehören niemals in Wohnräume, Keller, Garagen oder andere geschlossene Bereiche. Sie dürfen nur im Freien mit ausreichendem Abstand zu Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen betrieben werden. Kohlenmonoxid ist unsichtbar und kann tödlich sein.
Ein Generator darf außerdem nicht über improvisierte Kabel in das Hausnetz einspeisen. Eine feste Einspeisemöglichkeit gehört in die Hände eines Elektrofachbetriebs.
Fällt die Wasserversorgung oder Abwasserentsorgung aus, kann eine normale Toilette unbenutzbar werden. Das Problem lässt sich nicht mit einer zusätzlichen Packung Feuchttücher lösen. Planen Sie deshalb eine einfache, praktikable Nottoilette – zum Beispiel eine dafür bestimmte Campingtoilette oder einen stabilen Eimer mit dicht schließendem Deckel, passenden Beuteln und geeignetem Bindematerial.
Wie Fäkalien und Abfall gesammelt oder entsorgt werden dürfen, hängt von der Lage und den örtlichen Anweisungen ab. Nichts ungefragt in Straßenabläufe, Gewässer oder die Natur kippen. Reinigungschemikalien niemals wahllos mischen.
☐ Toilettenpapier für den persönlichen Monatsverbrauch
☐ Nottoilette und ausreichend passendes Verbrauchsmaterial
☐ stabile Müllbeutel in mehreren Größen
☐ Arbeitshandschuhe und Einmalhandschuhe
☐ Seife, Händedesinfektion und Feuchttücher
☐ Zahnpflege und persönliche Hygieneartikel
☐ Menstruationsprodukte
☐ Windeln, Inkontinenz- und Pflegebedarf
☐ Waschmittel und Wäscheleine
☐ Hygiene- und Abfallbedarf für Haustiere
Rechnen Sie Verbrauchsartikel einmal ehrlich für 30 Tage durch. Gerade bei Windeln, Inkontinenzmaterial oder Tierstreu entstehen Mengen, die auf kurzen Notfalllisten kaum auffallen.
Licht, Radio und ein aufgeladenes Telefon sind die ersten Prioritäten. Mehrere kleine Lichtquellen sind praktischer als eine einzige starke. Stirnlampen lassen beide Hände frei.
☐ LED-Taschenlampen und Stirnlampen
☐ passende Ersatzbatterien oder geladene Akkus
☐ Radio mit Batterie-, Solar- oder Kurbelbetrieb
☐ Powerbanks und sämtliche benötigten Kabel und Adapter
☐ eine kleine Lampe direkt an jedem Bett
☐ Ersatzlösung für notwendige Hörgeräte und andere Hilfsmittel
Für wenige Tage sind Powerbanks nützlich. Für vier Wochen braucht es ein Verbrauchskonzept. Notieren Sie alle wirklich wichtigen Geräte. Die Rechnung »Leistung in Watt × Betriebsstunden = Energiebedarf in Wattstunden« zeigt grob, welche Strommenge täglich erforderlich ist.
Priorität haben Kommunikation, Information, Licht und medizinisch notwendige Geräte. Küchengeräte, Heizlüfter oder Unterhaltungselektronik verbrauchen sehr viel mehr Energie.
Ein Solarpanel oder eine tragbare Energiestation kann die Versorgung verlängern, ist aber keine Garantie. Ertrag und Ladezeit hängen von Wetter, Jahreszeit, Standort und Gerätezustand ab. Testen Sie die gesamte Kombination vorab und verlassen Sie sich nicht auf Werbeangaben allein.
Kerzen und offene Flammen sind nur die zweite Wahl: standsicher, mit Abstand zu brennbaren Dingen und niemals unbeaufsichtigt.
Wenn die Heizung ausfällt, ist es oft realistischer, einen Raum bewohnbar zu halten als die ganze Wohnung. Wählen Sie diesen Raum vorher aus.
☐ warme Kleidung in mehreren Schichten
☐ Mützen, dicke Socken und feste Schuhe
☐ Decken und Schlafsäcke für alle Haushaltsmitglieder
☐ Isomatten oder Bettmatratzen, damit der Körper nicht direkt auf einem kalten Boden liegt
☐ Türen schließen und Zugluft mindern, ohne Lüftungsöffnungen zu blockieren
☐ regelmäßig kurz lüften
☐ zugelassenes alternatives Heizgerät nur streng nach Herstellerangaben verwenden
Behelfsmäßige Feuerstellen, Grills oder offene Flammen sind keine Innenraumheizung. Bei Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder einem Kohlenmonoxid-Alarm müssen alle sofort an die frische Luft.
Ein langes Stromereignis im Sommer kann ebenso gefährlich werden. Außenverschattung, leichte Kleidung, Trinkwasser und ein Plan für Säuglinge, ältere oder kranke Menschen gehören deshalb ebenfalls zur Vorsorge. Wird die Temperatur in der Wohnung gesundheitlich bedenklich, ist der Plan B wichtiger als das Durchhaltevermögen.
☐ regelmäßig benötigte Medikamente im ärztlich und rechtlich möglichen Umfang
☐ Medikamentenplan, Diagnosen und Allergien auf Papier
☐ wichtige Rezepte beziehungsweise Angaben zur Medikation
☐ sinnvoll ausgestattete Hausapotheke und Verbandmaterial
☐ Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen
☐ Ersatzbrille, Kontaktlinsenbedarf und notwendige Hilfsmittel
☐ Batterien für Hörgeräte
☐ persönlicher Pflegebedarf für 30 Tage
Wer gekühlte Medikamente, Sauerstoff, Dialyse, elektrische medizinische Geräte oder regelmäßige professionelle Pflege benötigt, braucht einen persönlichen Ausfallplan. Klären Sie ihn vorab mit Arztpraxis, Apotheke, Pflegedienst, Geräteanbieter oder Stromnetzbetreiber. Dazu gehören die mögliche Überbrückungsdauer, eine erreichbare Ausweichstelle und die Frage, wann ein Ortswechsel notwendig wird.
Medikamente sollten nicht auf eigene Faust gehortet oder anders eingenommen werden. Verfallsdaten, Lagertemperatur und ärztliche Vorgaben bleiben auch während einer Krise wichtig.
☐ wichtige Telefonnummern und Adressen ausdrucken
☐ lokale Frequenzen und Informationsstellen notieren
☐ Stadtplan oder regionale Karte auf Papier bereithalten
☐ Treffpunkt für den Haushalt festlegen
☐ Kontaktperson außerhalb der Region bestimmen
☐ Warn-Apps installieren und amtliche Warnmeldungen aktivieren
☐ feste Zeiten für kurze Handy-Checks oder Nachrichten vereinbaren
Eine Kontaktperson außerhalb der betroffenen Region kann Nachrichten zwischen getrennten Familienmitgliedern weitergeben, wenn Verbindungen nur sporadisch funktionieren. Kurze Textnachrichten und vereinbarte Kommunikationszeiten sparen Akku und entlasten Netze.
Verlassen Sie sich bei Gefahren, Trinkwasser, Ausgabestellen oder Evakuierungen auf amtliche Informationen. Unbestätigte Meldungen nicht weitergeben – Gerüchte verbrauchen in einer Krise erstaunlich viel Energie.
Kartenzahlung, Geldautomaten, Tankstellen, Aufzüge, Parkhäuser und Ampeln können ausfallen. Die passende Bargeldreserve hängt von Haushaltsgröße und Möglichkeiten ab; kleine Scheine und Münzen sind meist praktischer als nur große Scheine.
☐ Bargeld in sinnvoller Stückelung
☐ Fahrrad, Fahrradanhänger, Bollerwagen oder Sackkarre einsatzbereit halten
☐ Handschuhe und einfache Handwerkzeuge
☐ Gewebeband, Kabelbinder und Schnur
☐ Ersatzschlüssel an einem vereinbarten Ort
☐ wichtige Dokumente und Versicherungsdaten griffbereit
☐ Papier, Stifte und wasserfeste Marker
Planen Sie nicht fest damit, im Blackout noch schnell tanken, Geld abheben oder fehlende Dinge kaufen zu können. Ein Fahrrad oder Handwagen kann für kurze Wege und Wassertransport wertvoller sein als ein Auto mit fast leerem Tank.
Für einen Monat muss nicht jeder Haushalt jedes Gerät besitzen. Viel wichtiger ist zu wissen, wer in der Nähe helfen kann und wer Hilfe braucht.
☐ Wer kann Erste Hilfe leisten?
☐ Wer kennt sich mit Elektrik, Sanitär, Pflege oder Funk aus?
☐ Wer besitzt Werkzeug, Handwagen oder eine sichere Kochmöglichkeit?
☐ Wer lebt allein, ist krank oder nur eingeschränkt mobil?
☐ Wer übernimmt welchen Kontrollgang oder welche Aufgabe?
☐ Welche Dinge können gemeinsam angeschafft und sicher genutzt werden?
Besprechen Sie Grundzüge vorher, ohne private Vorräte öffentlich zur Schau zu stellen. Gute Nachbarschaft ist keine romantische Zugabe zur Vorsorge. Nach Tagen und Wochen kann sie der Teil des Plans sein, der sich nicht kaufen lässt.
1. Prüfen Sie, ob nur die eigene Wohnung betroffen ist. Sicherungen und Fehlerstromschutzschalter kontrollieren, ohne selbst an elektrischen Anlagen zu arbeiten.
2. Ist auch die Nachbarschaft dunkel, Informationen des Netzbetreibers und der Behörden verfolgen. 110 und 112 sind für akute Notfälle bestimmt, nicht für die bloße Meldung eines Stromausfalls.
3. Empfindliche Elektrogeräte ausschalten oder vom Netz trennen. Eine Lampe kann eingeschaltet bleiben, damit die Rückkehr des Stroms bemerkt wird.
4. Kühlschrank und Gefriergerät geschlossen halten. Verderbliche Lebensmittel zuerst verbrauchen und dabei Geruch, Aussehen und sichere Lagertemperatur beachten.
5. Solange sauberes Leitungswasser verfügbar ist und keine gegenteilige Warnung vorliegt, zusätzliche lebensmittelechte Behälter befüllen. Badewannenwasser nur als Brauchwasser einplanen.
6. Handys in den Stromsparmodus versetzen. Kurze Nachrichten senden und unnötige Anwendungen schließen.
7. Kurbelradio einschalten, Lage prüfen und eine erste Bestandsaufnahme machen: Wasser, Lebensmittel, Medikamente, Wärme, Batterien und anwesende Personen.
8. Den vereinbarten Haushalts- und Nachbarschaftsplan aktivieren. Unnötige Autofahrten vermeiden.
Ein Vorrat schafft Wahlmöglichkeiten. Er verpflichtet niemanden, in einer unsicheren Wohnung auszuharren. Verlassen Sie den Ort, wenn Behörden zur Evakuierung auffordern oder wenn wesentliche Lebensbedingungen nicht mehr sicher gewährleistet sind.
Mögliche Warnzeichen sind:
☐ kein Zugang zu sicherem Trinkwasser
☐ lebenswichtige Medikamente, Pflege oder medizinische Geräte fallen aus
☐ gefährliche Kälte oder Hitze in der Wohnung
☐ Abwasser, Abfall oder Hygiene werden zum Gesundheitsrisiko
☐ Feuer, Rauch, Gasgeruch oder Kohlenmonoxid-Gefahr
☐ die Sicherheit des Gebäudes oder der Umgebung ist nicht mehr gegeben
Für diesen Fall gehört eine kleine, schnell greifbare Tasche zum Plan:
☐ Ausweise und Kopien wichtiger Dokumente
☐ persönliche Medikamente und medizinische Angaben
☐ Trinkflasche und etwas sofort essbare Nahrung
☐ Taschen- oder Stirnlampe
☐ Telefon, Powerbank und Kabel
☐ Kleidung, Regenschutz und feste Schuhe
☐ Hygieneartikel
☐ Bedarf für Kinder, Pflegebedürftige und Haustiere
☐ Zieladresse, Treffpunkt und mögliche Wege auf Papier
Klären Sie vorher, wohin Sie gehen könnten: zu Angehörigen außerhalb des betroffenen Gebiets, zu einer kommunalen Anlaufstelle oder zu einem anderen sicheren Ort. Der beste Zeitpunkt für diese Überlegung ist nicht der Moment, in dem die Wohnung bereits unbewohnbar wird.
Zweimal im Jahr:
☐ Wasser und Lebensmittel kontrollieren, verbrauchen und ersetzen
☐ Medikamente und persönliche Verbrauchsmaterialien prüfen
☐ Lampen, Radio, Akkus, Powerbanks und Solarlösungen testen
☐ Telefonnummern, Treffpunkte und Dokumente aktualisieren
☐ Haushaltsgröße und besondere Bedürfnisse neu berechnen
☐ Nottoilette und Transportmittel auf Vollständigkeit prüfen
Einmal ausprobieren:
☐ einen Abend ohne Steckdose, WLAN und Kartenzahlung verbringen
☐ eine Woche lang die vorgesehenen Notgerichte kochen und den Brennstoff messen
☐ einen gefüllten Wasserkanister über die tatsächlich nötige Strecke transportieren
☐ im Dunkeln die Blackout-Kiste und den Sicherungskasten finden
Ein Plan, der nur auf Papier funktioniert, ist eine gute Idee. Ein getesteter Plan ist Vorsorge.
30 Tage vorzusorgen bedeutet nicht, mit dem Schlimmsten zu rechnen. Es bedeutet, nicht schon nach wenigen Tagen jede Entscheidung unter Druck treffen zu müssen. Beginnen Sie mit Wasser, den persönlichen Medikamenten, Licht und einem einfachen Speiseplan. Bauen Sie danach Hygiene, Energie, Wärme, Nachbarschaft und den Plan B aus.
Diese Übersicht bietet eine allgemeine Orientierung. Sie ersetzt keine amtlichen, medizinischen oder auf die eigene Wohn- und Lebenssituation zugeschnittenen Empfehlungen. Im Ereignisfall haben die Hinweise der zuständigen Behörden, Versorger und Einsatzkräfte Vorrang.
Ausführliche und regelmäßig aktualisierte Informationen:
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Stromausfall
https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/Stromausfall/stromausfall_node.html
BBK-Ratgeber »Vorsorgen für Krisen und Katastrophen«
Stand der Seite: Juli 2026
Die Küste versinkt im Dunkeln. Dann beginnt das Sterben. »Nordseeakte – Blackout« ist der dritte Fall für Kati Lindberg an der Nordsee. Während ein großflächiger Stromausfall den Norden lahmlegt, stößt Kati auf einen Täter, der das Chaos nicht zufällig nutzt. Er hat darauf gewartet.
